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Vegan und Umweltschutz

Unsere Ernährungsweise hat nicht nur entscheidenden Einfluss auf die menschliche Gesundheit, sondern auch auf die Gesundheit unserer Umwelt. Dies haben mittlerweile nicht nur Umwelt- und Tierschutzverbände erkannt. Auch offizielle Behörden veröffentlichen erfreulicherweise immer häufiger entsprechende Stellungnahmen. So schreibt beispielsweise das Umweltbundesamt (UBA) in einem kürzlich veröffentlichten Bericht, dass »für die Erzeugnisse tierischen Ursprungs wie Fleisch und Milchprodukte und Eier mehr Fläche und Wasser erforderlich sind und durch sie mehr Treibhausgas- Emissionen verursacht werden als durch Erzeugnisse pflanzlichen Ursprungs«.

Das UBA empfiehlt der Bundesregierung, die Transformation des Ernährungssystems voranzutreiben – allen voran mit der Reduzierung des Verbrauchs tierischer Produkte. Ob und wie die Bundesregierung den Empfehlungen des UBA folgen wird, ist fraglich. Klar ist jedoch, dass jeder Konsument bereits heute auf dem eigenen Teller Tier- und Umweltschützer zugleich sein kann – mit der Entscheidung für eine pflanzlichere Ernährung. Die vegane Ernährung ist hier ein guter Ansatz, der zudem gesundheitliche Vorteile haben kann und auch aus ethischer Perspektive zu empfehlen ist.

Wasser

Mehr als 70 % aller weltweit erschlossenen Wasserressourcen fliessen in die Landwirtschaft. Je nach Quelle werden bereits für 1 Steak etwa 10.000 Liter Wasser bzw. für 1 Kilo Rindfleisch 15.000 bis 20.000 Liter Wasser benötigt, was im Vergleich über 1 Jahr lang tägliches Duschen für uns entspricht.

Regenwald

91 % des bereits abgeholzten Amazonas-Regenwaldes gehen zu Lasten der Nutztierhaltung für Futtermittel und Weideland. Alleine in Südamerika wurden seit 1980 schon mehr als 40 % des gesamten Regenwalds für die Fleisch, Eier – und Milchindustrie gerodet. Jede Sekunde sind das etwa 6000 m², was etwa einem Fussballfeld entspricht. Der indonesische Regenwald wurde z.B. über 5 x mehr für Tierfutter zerstört, als für das häufig kritisierte Palmöl (136000000 ac : 26000000 ac). 1 Kilo Rindfleisch = etwa 50 Quadratmeter Regenwald -> Dadurch folgt die Vernichtung ganzer Spezies, jährlich etwa 10`000 Arten.

Für einen einzigen Hamburger müssen vier bis fünf Quadratmeter Regenwald in Weide- oder Ackerland umgewandelt werden, das binnen zwei bis drei Jahren zur Wüste wird! «Das reichste Ökosystem der Erde wird zu Hamburgern, Sperrholz und Packpapier verarbeitet – für Europäer, Amerikaner und Japaner», schrieb die Neue Zürcher Zeitung bereits im Jahr 1983 (Ausgabe vom 30. März). Und daran hat sich in den nachfolgenden Jahren offensichtlich nichts geändert.

Es ist allgemein bekannt, dass die Regenwälder sie Lungen unserer Erde sind und die Rodung dieser starke Einwirkungen auf das Ökosystem der gesamten Erde hat.

Gülle

Viele Tiere produzieren noch mehr Gülle, die über die Felder und weiden entsorgt werden und so unserer Grundwasser und unsere Meere verseuchen. In Deutschland fallen durch die Masttierhaltung jährlich mehr als drei Tonnen Jauche pro Einwohnen! an, und allein die Schweine produzieren doppelt so viele Exkremente wie die gesamte deutsche Bevölkerung!

Auf deutschen Feldern werden jedes Jahr rund 191 Millionen Kubikmeter flüssiger Wirtschaftsdünger verteilt – in den meisten Fällen besteht dieser Dünger aus Gülle, also dem Kot und Urin landwirtschaftlicher »Nutztiere«. Das darin enthaltene Ammoniak hat gravierende Auswirkungen auf die Umwelt: Ammoniakausgasungen gelangen als »saurer Regen« in den Boden und sind dann laut der Umweltschutzorganisation Robin Wood eine der Hauptursachen für das Waldsterben – bereits 64 % aller Waldbäume in Deutschland sind geschädigt. Der Wissenschaftliche Beirat für Agrarpolitik beim Landwirtschaftsministerium schätzt, dass über 90 % der deutschen Gesamtemissionen von Ammoniak auf die Tierhaltung und die Mineraldüngung zurückgehen.3

Auch die Wasserbelastung durch Gülle ist äußerst besorgniserregend: Die Ausscheidungen der Tiere belasten das gesamte Wassersystem. Schädliche Stoffe gelangen in Bäche und Flüsse und darüber bis ins Meer. Der Nitratbericht der Bundesregierung zeigt, dass sich die Qualität des Grundwassers in Deutschland durch die Unmengen an Gülle bereits stark verschlechtert hat.4 Demnach weisen knapp die Hälfte von 162 ausgesuchten Grundwassermess – stellen eine hohe Nitratbelastung auf. Dies ist bedenklich, da aus dem Grundwasser auch Trinkwasser gewonnen wird, dessen Qualität durch einen erhöhten Nitratgehalt beeinträchtigt werden kann.5

Auch Rückstände von den Tieren verabreichten Arzneimitteln wie Antibiotika finden durch die Düngung mit tierischen Ausscheidungen ihren Weg in die Böden und ins Grundwasser. Anschließend können sie von Pflanzen aufgenommen werden (und durch deren Verzehr auch von Tieren oder Menschen). Die enthaltenen antimikrobiellen Substanzen wirken sich außerdem schädlich auf die Bodenflora aus.

Treibhausgase und Klimawandel

14,5 % aller durch den Menschen verursachten Treibhausgasemissionen sind auf die Tierhaltung zurückzuführen. Damit gehört sie zu den stärksten Verursachern des Treibhauseffekts und damit des Klimawandels. Studien zeigen deutlich, dass die Treibhausgasemissionen durch einen geringeren Konsum von Fleisch und Milchprodukten deutlich reduziert werden können. Laut WWF sind rund 70 % der direkten Treibhausgasemissionen unserer Ernährung auf tierische Produkte zurückzuführen, auf pflanzliche Produkte hingegen nur knapp ein Drittel.

Eindrücklich ist in diesem Zusammenhang eine Umrechnung der verschiedenen Ernährungs weisen in zurückgelegte Autokilometer und die damit zusammenhängenden Emissionen. Eine (Bio-)Ernährung, die sämtliche Tierprodukte einschließt, läuft auf eine Pro-Kopf-Jahresstrecke von Berlin nach Bagdad (Irak) hinaus. Demgegenüber macht eine pflanzliche Ernährung ohne Fleisch und Milch gerade einmal eine Strecke von Berlin nach Nürnberg aus. Kurz gesagt: Je pflanzlicher die Ernährung, desto klimafreundlicher ist sie.